Drei Fragen zu „Tod einer Familie“

Ich habe, zu meiner großen Freude, drei Fragen zu meinem Gedicht „Tod einer Familie“ bekommen. Diese möchte ich nun hier beantworten.

Tod einer Familie

 

1.) Was sind die Schatten eines Ortes?

Die Geheimnisse, die unausgesprochenen Gedanken, das leise Geflüster zwischen den Gassen und Straßen, die Gerüchte, die Geschichten über Familien und Personen, die diese, ungewollt oder gewollt, in die Dunkelheit, Einsamkeit treiben. Die übersehenen Taten, die überhörten Berichte, die nicht beachteten, die ignorierten Situationen, in denen man die Augen und Ohren verschlossen hat.

 

2.) Wie bekämpft man sie?

Man flieht oder man stellt sich ihnen, man zeigt den Gestalten in den Schatten, was sie sagen, man führt ihnen vor Augen, was sie übersehen haben, oder dass die Gerüchte nicht stimmen.
Wie? Nun, das kommt auf jeden Einzelnen an.
Doch wenn die Schatten zu stark werden, sollte man aus ihnen heraus treten und sich ein neues Leben, außerhalb von ihnen, aufbauen. Wenn man gegen Schatten kämpft, merkt man schnell, dass es ein geradezu aussichtsloser Kampf ist. Denn die wenigsten Schatten erkennen sich selbst als Schatten an und sie begrüßen es nicht, wenn man ihnen den Spiegel vor hält. Niemand will die eigenen Fehler erkennen, begreifen.
Keiner (weder die Betroffenen (da gibt es jedoch Ausnahmen) noch die Verursacher) dankt es einem, wenn man die Schatten sichtbar macht.

 

3.) Wie geht man mit dem Tod um?

Ich weiß es nicht. Wie gehe ich mit dem Tod um? Auch dies zu beantworten ist nicht leicht. Das kommt darauf an, wie die Person gestorben ist, wie gut ich sie/ihn kannte. Ob ich die Person geliebt habe (ob nun freundschaftlich, familiär oder als Lebenspartner sei dahin gestellt).
Ich weine.
Aber was ist danach, was ist, wenn die Tränen versiegen oder auch nicht versiegen?
Man lässt die Person gehen, behält sie in Erinnerung. Ich kann nur die Floskeln wiederholen, die man überall hört.
Ich weiß es nicht, wie geht man mit dem Tod um?
Jeder muss für sich einen Weg finden. (Man kann ihn beschreiben, man kann über ihn schreiben.) Ich glaube jedoch, das Wichtigste ist, das Leben nicht zu vergessen. Wenn ich den Tod beschreibe, muss ich auch das Leben im Blick behalten.

 

Wow, das war länger als gedacht, ich hoffe weder zu lang noch zu kurz. Vielleicht bringt dies meine Meinung zu diesen Themen klar auf den Punkt, vielleicht auch nicht. Es würde mich interessieren, was ihr dazu denkt…
Ganz liebe Grüße

JasFee

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